Short-Story 11
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Unser Abend-Adventure hatte den Titel „Sundown am Rand
der Schlucht“. Tolle Idee – allerdings hatten die auch
viele andere Touris, wie fast jeden Abend, wenn das
Wetter es zulässt. Wir hatten uns als Loge für das
Spektakel über dem Abgrund für den Hopi-Point
entschieden, wie ebenfalls viele andere Touris. Bereits
eine Stunde vor Sonnenuntergang herrschte hier Jubel,
Trubel. Heiterkeit. Viele hatten sich zeitig einen
Platz an der Balustrade oder auf den sonnenwarmen
Steinmauern gesichert, und die Kameras präpariert. Ein
freundlicher Volunteer der Nationalparkverwaltung gab
nicht nur bereitwillig Auskunft zum exakten Zeitpunkt
des Sonnenuntergangs, sondern konnte auf nahezu alle
Fragen den Park betreffend sogar mehrsprachig antworten.
Wir hatten zeitweise den Eindruck seine lustigen aber
dennoch äußerst sachkundigen Erläuterungen seien das
Vorprogramm zum eigentlichen Veranstaltungshöhepunkt.
Und der zog sich dann über 30 Minuten, in denen sich
alle paar Sekunden die Farben der Steilwände des Canyons
änderten und immer neue Variationen von Rot, Gelb,
Violett und tausenden weiteren Farbmischungen
reflektierten. Die digitale Fototechnik ermöglichte uns
viele dieser Sekundenbilder festzuhalten, die Stimmung
und das wahre Erleben können sie jedoch nicht
ansatzweise wiedergeben.
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